Liebe Freundinnen und Freunde,
dies ist die erste Ausgabe unseres neuen Newsletters "Frieden wagen". Damit wird der bisherige Lebenshaus-Newsletter abgelöst bzw. mit neuem Namen weitergeführt. Hintergrund ist, daran sei noch einmal erinnert, dass wir als Verein unter dem neuen Namen "Frieden wagen e.V. - Arbeitsstelle für Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie" das fortsetzen, was wir 1993 als "Lebenshaus Schwäbische Alb – Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie e.V." begonnen haben.
Geändert hat sich aber nicht nur der Namen des Newsletters, sondern auch die Versandform. Denn der Newsletter.wird jetzt mit einer Software betrieben, die auf einem Server des Vereins läuft. Damit werden die Mail-Adressen nicht mehr an einen Versanddienstleister weitergegeben.
Wir hoffen, dass die Umstellung nun gut gelingt. Sollten allerdings Fehler bemerkt werden, bitten wir um entsprechende Hinweise. Ebenso freuen wir uns über Rückmeldungen zu diesem neuen Newsletter-Format.
Unser Verein ist bekanntlich nicht nur in der virtuellen Welt aktiv, sondern auch in der analogen. Und da steht u.a. am 17. Oktober unsere 14. Tagung "We shall overcome! - Gewaltfrei aktiv für die Vision einer Welt ohne Gewalt und Unrecht" an. Als Referierende werden Jacqueline Andres und Dr. Bruno Kern über ihr langjähriges Engagement berichten. Über weitere Anmeldungen freuen wir uns! Anmeldeschluss ist am 10. Oktober. Mehr Infos zur Tagung →
Herzliche Grüße
Michael Schmid
26. September: UN-Tag gegen Atomwaffen
Zum "UN-Tag für die vollständige Abschaffung der Atomwaffen" (26. September) fordert das Aktionsbündnis "atomwaffenfrei.jetzt" von der Bundesregierung, konkrete Schritte zum Abzug der Atomwaffen aus Deutschland vorzunehmen. Mit Protesten am Atomwaffenstandort Büchel am 10. Oktober und einer Demonstration in Nörvenich am 17. Oktober gegen das NATO-Atomkriegsmanöver "Steadfast Noon" weist das Bündnis auf die Zunahme der atomaren Kriegsgefahr hin. Bei dem Manöver, das Mitte Oktober stattfindet, simuliert die Bundeswehr den Abwurf von Atombomben in einem europäischen Kriegsszenario. Beteiligt sind die USA, alle europäischen Staaten mit nuklearer Teilhabe und weitere unterstützende Staaten.
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Aufruf: Engagiert euch im Herbst – mehrere bundesweite Aktionen sind geplant
"Brandgefährlich!" So schätzt die Kooperation für den Frieden die augenblickliche internationale sicherheitspolitische Situation ein. Über den Krieg in der Ukraine hinaus eskaliere die Konfrontation zwischen Russland und dem Westen. Direkte Zusammenstöße werden immer häufiger – vermutete und bewiesene. Das zeigen der Drohnenvorfall auf dem Flughafen Leipzig, der Überflug und Abschuss von Drohnen, das Beschießen von Flugzeugen mit Leuchtraketen und andere. Darauf folgt wieder eine neue Drohung der einen und ein neuer Eskalationsschritt der anderen Seite.
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"Freiwilliger Wehrdienst" wird immer unfreiwilliger – Die Jugend bleibt UNZWINGBAR
Das vorbereitende Bündnis der Unzwingbar-Demo (2.10.) kritisiert verpflichtende Musterungen und fordert junge Menschen auf, dagegen auf die Straße zu gehen und zu widersprechen. Das "unzwingbar"-Bündnis kritisiert die zunehmenden Zwangselemente beim sogenannten "Neuen Wehrdienst". Wie aktuell berichtet wird, lädt die Bundeswehr junge Männer bereits jetzt verpflichtend zur Musterung vor – unabhängig davon, ob sie überhaupt Interesse an einem Dienst bei der Bundeswehr haben.
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Vertane Chancen für das gemeinsame Haus Europa
Vor 25 Jahren, am 25. September 2001, hielt Wladimis Putin vor dem Deutschen Bundestag eine vielbeachtete Rede über die deutsch-russischen Beziehungen und die Vision eines vereinten Europas. Das Protokoll vermerkte zahlreich starken Beifall der 650 Anwesenden im Reichstag und am Ende "Anhaltender Beifall – Die Abgeordneten erheben sich". Ein Beitrag von Reiner Braun und Michael Müller.
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Neues Papier zum Ukrainekrieg: IPPNW plädiert für diplomatische Initiativen, Spannungsabbau und Risikoreduktion
Der nächste Anriss, nach demselben Muster.Die Friedensorganisation IPPNW plädiert für einen Strategiewechsel in der Ukrainepolitik. Sie fordert die Bundesregierung auf, eigene diplomatische Initiativen zur Beendigung des Krieges einzubringen und konkrete Schritte zur (Re-)Aktivierung von Abrüstungsverträgen zu ergreifen. Der Fund von Sprengstoff-Drohnen in der Nähe ukrainischer Frachtflugzeuge in Leipzig zeigt: Aufgrund hybrider Kriegsführung, der zunehmenden Angriffe mit sogenannten "Deep Strikes" und der Involvierung der Bundesregierung in den Krieg durch die deutsch-ukrainische Rüstungskooperation steigt die Eskalationsgefahr enorm. Ein Missverständnis, verirrte Flugkörper oder gezielte Störmanöver könnten den Bündnisfall auslösen.
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Druckfrisch: "Kriegstüchtig an allen Fronten"
Seit nunmehr drei Jahrzehnten dokumentiert die "Informationsstelle Militarisierung" (IMI) in Tübingen mit ihren aufklärenden Veröffentlichungen eine fortschreitende Militarisierung der Außenpolitik. Den jüngsten, hochexplosiven Komplex dieser "Chronik" erschließt jetzt das profunde Sachbuch "Kriegstüchtig an allen Fronten" des Politikwissenschaftlers, Historikers und IMI-Vorstandsmitglieds Jürgen Wagner: "Kriegstüchtigkeit allerorten, eine ‚Zeitenwende‘ als Übergang: von einer auf Angriffsoperationen ausgerichteten Bundeswehr über die Umstellung auf Kriegswirtschaft und die Einführung eines neuen Wehrdienstes bis hin zur systematischen Einbeziehung ziviler Akteure in Kriegsvorbereitungen via ‚Operationsplan Deutschland‘. Kaum ein Bereich, der inzwischen nicht von einer umfassenden Militarisierung durchdrungen ist. Rezension von Peter Bürger.
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Ohne uns - Für einen Ausstieg aus der Logik des Krieges
Wir leben in Zeiten einer naiven Hoffnung. Während die Nachrichten täglich vom Schrecken des Krieges künden, wird er uns gleichzeitig als Ausweg aus den Problemen unserer Gegenwart verkauft. Fünf Jahre Stellungs- und Abnutzungskrieg in der Ukraine, aber auch 25 Jahre "Krieg gegen den Terror" oder der Horror von Gaza: Die bestens dokumentierte Sinnlosigkeit des Krieges kann der Hoffnung auf seine Heilungskräfte scheinbar nichts anhaben. Sein Schrecken hat sich stattdessen zum Argument verkehrt, ihm kriegstüchtig beizutreten – und wer diese Logik kritisiert oder bezweifelt, gilt als Nestbeschmutzer:in der demokratischen Zukunft, als naive:r Friedensaktivist:in oder gar als Putinist:in. Wie konnte es so weit kommen? Von medico international.
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Bruno Kern: "… den Krieg gründlich verlernen"
In einer Zeit einer atemberaubenden Aufrüstung und der fulminanten Umsetzung des politischen Großprojekts "Kriegstüchtigkeit" kann es einem Pazifisten schon regelrecht schwindelig werden und es können Gefühle von Einsamkeit aufsteigen. Das lässt durchaus eine ausgeprägte Sehnsucht nach Menschen entstehen, mit denen man sich noch auf einem gemeinsamen Weg befindet. Und nach solchen, die öffentlich ihre Stimme erheben und diesem Militarisierungs- und Kriegskurs deutlich widersprechen. Deshalb weckt es natürlich mein Interesse, wenn der rührige Büchner Verlag aus Marburg ein Buch von Bruno Kern herausgibt, das bereits mit dem Titel postuliert: "… den Krieg gründlich verlernen". Ein Buch dieses Autors interessiert mich umso mehr, weil ich seine letzten Bücher Das Märchen vom grünen Wachstum und Industrielle Abrüstung jetzt! bereits mit größtem Interesse gelesen und als sehr anregend empfunden habe. Von Michael Schmid.
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Gesamt-Prospekt der Tolstoi-Friedensbibliothek
Vor dem Ersten Weltkrieg galt der russische Dichter Leo N. Tolstoi (1828-1910), der auch Mahatma Gandhi inspirierte, weltweit als der bedeutsamste Botschafter des Friedens. Seine Aktualität in unserem Jahrhundert ist gleichermaßen erstaunlich und erschreckend. Seit Anfang 2023 gibt es für den deutschsprachigen Raum unsere von Pazifistinnen/Pazifisten eröffnete Tolstoi-Friedensbibliothek (TFb) – mit inzwischen 45 Bänden (Gesamtumfang 17.825 Seiten) in vier Reihen. Einen schnellen Überblick vermittelt jetzt ein als PDF abrufbarer Gesamtprospekt – über dessen Weiterleitung an Interessierte wir uns freuen. Von Peter Bürger.
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Zum Antikriegstag: Tolstois Lesetexte gegen den Krieg
Vorbemerkung: Die Tolstoi-Friedensbibliothek, zu deren Kooperationspartnern "Frieden wagen e.V." zählt, erschließt seit 2023 die Werke des russischen Friedensbotschafters Leo N. Tolstoi (1828-1910). In seinem 1904-1906 bearbeiteten "Lesezyklus für alle Tage" stellte der Dichter für besondere Kalenderblätter ausgewählte und eigene Texte wider den Wahnsinn der massenmörderischen Militärapparate zusammen. Nachfolgend wird eine Auswahl dargeboten. Zum Antikriegstag 2026 werden nachfolgend Zitate und Sentenzen zum Wahnsinn des militärischen Massenmordens von Tolstoi erneut präsentiert, der vor dem 1. Weltkrieg Friedensarbeiter:innen auf der ganzen Welt inspiriert hat.
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Sozialforum in Cotonou: Agnoletto: "Afrika baut Widerstand gegen den globalen Neoliberalismus auf"
Aus Benin kommt eine Botschaft, die weit über die Grenzen Afrikas hinausreicht: Frieden lässt sich nicht von sozialer Gerechtigkeit, dem Schutz des Landes und der Befreiung der Völker von neuen Formen des wirtschaftlichen Kolonialismus trennen. Dies ist die Erkenntnis, die sich aus dem XVII. Weltsozialforum in Cotonou ergibt. Bei dieser Veranstaltung kamen Hunderte afrikanische Organisationen und internationale Bewegungen zusammen, die sich gegen Rohstoffraub, Kriege und Neoliberalismus engagieren. Von Laura Tussi.
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30 Jahre Atomwaffen-Teststoppvertrag: Die atomare Gefahr bannen!
Am 10. September 1996 hat die UN-Generalversammlung den umfassenden Atomteststopp-Vertrag beschlossen und für alle Staaten zur Unterzeichnung eröffnet (CTBT - Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty). Der Vertrag verbietet alle Formen von realen Nuklearwaffentests. Bis heute fehlt jedoch die Ratifikation durch relevante Atomwaffenstaaten, deren Beitritt Voraussetzung für das Inkrafttreten des Vertrages ist. Dennoch halten sich bislang alle Staaten an das Abkommen und testen ihre Atomwaffen gegenwärtig nur in Computersimulationen. Eine Kommission zur Umsetzung des Teststoppvertrages wurde bereits eingesetzt und hat ein Überwachungssystem eingerichtet. Ende 2025 erschreckte dann US-Präsident Trump die Öffentlichkeit mit seiner Ankündigung, wieder mit Atomwaffentests beginnen zu wollen. Die Gefahr der Wiederaufnahme realer nuklearer Test-Explosionen wurde damit erneut öffentlich bewusst.
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Generalbundesanwalt lehnt Ermittlungen wegen Beihilfe zum Iran-Krieg ab
Auf eine Anzeige wegen Verdachts der Beihilfe der Bundesregierung zum Iran-Krieg vom 30. März 2026 hat der Generalbundesanwalt Ende August geantwortet und Ermittlungen wegen angeblichen Fehlens eines Anfangsverdachts abgelehnt. In der Anzeige wurde der Bundesregierung vorgeworfen, durch zur Verfügungstellung des Luftraums und der Nutzungserlaubnis der US-Basen in Deutschland für den Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran Beihilfe zu leisten. Auch die Rüstungsexporte an Israel wurden als Beihilfehandlungen eingestuft.
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Kampagne kritisiert Mittelstreckenwaffen-Pläne der Bundesregierung
Am 23. August 2026 wurden Details über die Pläne des Verteidigungsministeriums bekannt. Wie Politico berichtete, sollen in den kommenden Jahren 12 Mrd. € in die Entwicklung und Beschaffung von landgestützten Mittelstreckenwaffen fließen. Der Großteil, etwa 9 Mrd. €, ist für Hyperschallwaffen eingeplant, die bis Mitte der 2030er Jahre gemeinsam mit Großbritannien entwickelt werden sollen. Mit den restlichen Mitteln sollen schnell verfügbare Systeme gekauft werden. Genannt werden hier die Anthem Rakete, hergestellt vom US-israelischen Unternehmen Covenant sowie zwei Systeme aus der Ukraine.
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"Friede ist die Überlebensbedingung der Menschheit"
Die jüngste EKD-Denkschrift "Welt in Unordnung - Gerechter Friede im Blick" (November 2025) hat wegen ihrer regierungsnahen und militärfreundlichen Ausrichtung viel Widerspruch hervorgerufen. In der Reihe "Umdenkschrift zum Evangelischen Diskurs über Krieg und Frieden" werden die kritischen Wortmeldungen zum neuen deutschen Kirchenkurs erschlossen. Der jetzt vorgelegte dritte Band enthält auf über 400 Seiten zahlreiche weitere Beiträge zur EKD-Kontroverse und dokumentiert Ökumenische Friedensstimmen, die ermutigen.
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